Birgit Brenner - Bildende Künstlerin

Time and Again
Videoanimation mit Ton, 3’48”, 2020

„Unruhe. Nervosität. Flucht. Rennen. Umfallen. Weitermachen. Stillstand trotz Mobilität. Leben, eine Kulisse, ein theatraler Raum. Wir steuern, nein, wir sind mitten drin...wird schon. Irgendwie. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Aber es geht ja immer weiter.
Ein ewiger Kreislauf von Ereignissen und Handlungen. Ein Aufbäumen, ein Müde sein, ein Überleben. Wollen. Müssen. Macht euch die Erde untertan. Ziel erreicht. Abblende. Lange Kamerafahrt in eine ungewisse Dunkelheit. Ist ja nur ein Film...“

Birgit Brenner

Im Zentrum des Denkens der 1964 in Ulm geborenen Bildenden Künstlerin Birgit Brenner stehen nicht nur gesellschaftliche Verhältnisse, sondern vor allem auch die Auswirkungen des menschlichen Daseins auf den Planeten Erde, die zum Vorschlag der Benennung eines neuen geochronologischen Epoche nach seinen schädlichsten Bewohnern geführt haben. Das Anthropozän steht damit in einer Reihe von Katastrophentheorien, die das Schaffen von Birgit Brenner als theoretischer Hintergrund begleiten. Für den März 2020 hatte die Deutsche Akademie Rom Villa Massimo eine Einzelausstellung von Birgit Brenner geplant, die unter anderem um die Weltuntergangsuhr kreisen sollte, deren Zeiger seit dem 24. Januar 2020 auf historischen 100 Sekunden vor Mitternacht stehen. Die Ausgangssperre, der scheinbare weltweite Stillstand, vereitelte diese Ausstellung. Für zweieinhalb Monate blieb Birgit Brenner mit den Kolleginnen und Kollegen des Rompreises zum Stillhalten in der Villa Massimo verbannt. Gegen Ende des Lockdowns entstand die Idee einer Abschlusspräsentation entlang der Mauer der Villa Massimo, eines Formats, das der mit gebührlicher Langsamkeit geplanten Rückkehr zu einem Leben in freier Bewegung Rechnung tragen sollte.

Doch die Lockerungen vollzogen sich viel schneller als erwartet, die Rückkehr zur gewohnten Mobilität mit entsprechender Hektik verbildlicht Brenner in ihrem Film durch einen Bildwechsel im Rhythmus von 0,03 Sekunden. Es eilen und kollabieren vor allem Tiere, Pflanzen und Technik, alles vom Menschen kultiviert bzw. kontrolliert. Die gezeichneten Bilder werden unterbrochen durch Farbframes in schwarz, weiß, rot und grün, was einen geradezu stroboskopischen Effekt erzeugt und den Betrachter in einen Taumel versetzt, der einem LSD Trip gleichen muss.

Gabriele Basch

Charlotte Seither

Benedict Esche

Karin Sander

Maix Meyer

Bernd Bess

Klaus Weber

Bernd Bess

Andrea Hartmann

Eva Hertsch, Adam Page